Hirse-Kurkuma-Porridge oder Über ein altes neues Getreide

Ihr Lieben,

Ich finde es spannend zu beobachten, wie alte, lang vergessene,zumeist regionale Gemüse-und Getreidesorten, von denen ich noch nie beziehungsweise wenn, dann nur am Rande gehört habe, eine Renaissance erleben. So zum Beispiel alle Arten von Rüben, wie Pastinaken (die ich in Suppen oder Pürees sehr mag und die mir zum ersten Mal in einem England-Urlaub vor 4 Jahren begegnet sind) oder Topinambur (der mich leider nicht von seinen Qualitäten überzeugen konnte). Ebenso Getreide wie Emmer oder eben die Hirse. Ich habe mich bei der Dame Wikipedia ein bisschen erkundigt, und da steht über die Hirse folgendes: Hirse ist eine Sammelbezeichnung für kleinfrüchtiges Spelzgetreide – was auch immer das heißt. Sie gehört zu den Süßgräsern, worunter auch alle gängigen Getreidesorten wie Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Mais und Reis fallen. Und, was ich besonders interessant finde, der Name leitet sich von einem indogermanischen Wortstamm ab – indogermanisch ist die Sprache, die sehr, sehr vielen aktuellen Sprachen zugrunde liegt, so zum Beispiel dem Deutschen, aber auch den Romanischen Sprachen wie Französisch und Italienisch – und bedeutet so viel wie „Nahrung oder Sättigung“. Hirse muss zur Zeit des Indogermanischen ein bedeutendes und umfassendes Grundnahrungsmittel gewesen sein, wenn sie so einen allgemeinen Namen gehabt hat. In Europa ist sie heute meist als Futtermittel für Ziervögel bekannt und wird langsam wieder entdeckt, den Menschen zum Dank, die immer auf der Suche nach neuen (alten) Nahrungsmitteln sind, die sie wieder populär machen können, um auf der regionalen Welle mitzureiten. Das meine ich jetzt auch gar nicht negativ, ich finde es bemerkenswert und wichtig, dass sich immer mehr Menschen die Regionalität und Saisonalität von Gemüse bewusst machen.

Hirse als ursprünglich hierzulande beheimatetes Getreide ist sehr gesund, sie enthält viele Spurenelemente. Man kann sie als Suppeneinlage verwenden, als Basis oder Zutat für Salat oder, wie ich es gemacht habe, ganz klassisch als Brei. Beziehungsweise Porridge, das hört sich schöner an. Wichtig ist, dass man sie ganz durchkocht, die Dame Wikipedia merkt an, dass rohe Hirse einen teils bedenklichen Blausäuregehalt hat. Inwiefern das stimmt oder nicht, hab ich jetzt sonst nirgends nachgelesen, also kann ich für den Wahrheitsgehalt nicht garantieren. Andererseits, wer isst schon gern rohes Getreide?

Soo, nun zum Rezept, das ich euch heute mitgebracht habt. Da ich seit kurzem häufig über diese sagenumwobene, super gesunde und wärmende Goldene Milch lese, die in allen Netzwerken und auf immer mehr Blogs kursiert, habe ich beschlossen, mich mal daran zu wagen, etwas anderes als Curry mit Kurkuma zu würzen. An die Goldene Milch selbst traue ich mich zugegebenermaßen (noch) nicht, Unmengen an Kurkuma, Ingwer und Schwarzem Pfeffer in Kuh- oder Pflanzenmilch ist mir zu abenteuerlich, da muss ich noch einmal drüber nachdenken. Und so stelle ich euch jetzt meinen ersten Schritt in Richtung Goldener Milch vor, ein bisschen orientalisch anmutendes Hirse-Kurkuma-Porridge. Perfekt zum Frühstück, wärmend, würzig und mit ein bisschen Biss durch die Kokoschips und auch die Hirse selbst, die nicht ganz so weich kocht wie zum Beispiel Milchreis.

Hirse-Kurkuma-Porridge mit Rosinen und Vollrohrzucker

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Die Portionen reichen diesmal sogar für vier Personen für ein Frühstück, ich habe es  mit dem Maßnehmen etwas übertrieben. Also wenn ihr für weniger Menschen kocht, einfach die Mengen entsprechend reduzieren.

1 Tasse Goldhirse (Goldhirse ist schon geschälte Hirse, sie zeichnet sich durch eine sehr gelbe Farbe aus) mit eineinhalb Tassen Milch und einer Tasse Wasser aufkochen. 1/2 Teelöffel Zimt, 1 bis 2 Teelöffel Kurkuma (je nach Geschmack und Gefühl ein bisschen abwägen und dazwischen immer wieder probieren, wenn ihr den Kurkuma-Geschmack nicht gewohnt seid, so wie ich auch) und 2 Esslöffel Vollrohrzucker dazugeben. Von einer Bio-Zitrone mit einem Sparschäler einen Streifen abschälen und ebenfalls dazugeben. 2 Esslöffel Rosinen (das ist natürlich optional, aber ich persönlich liebe Rosinen in meinem Essen) dazugeben und alles zusammen auf mittlerer Hitze 25 Minuten köcheln lassen – so lange, bis die Hirse weich ist und die Flüssigkeit gut aufgenommen hat. Sollte es zu wenig sein, einfach dazwischen noch einmal mit Wasser oder Milch aufgießen.

Dann in Schälchen anrichten und mit Kokoschips, Rosinen und Vollrohrzucker garnieren.

Noch was zum Vollrohrzucker: Das ist Zucker in Rohform sozusagen – der Zuckerrohrsaft wird eingekocht, getrocknet und dann gemahlen, ohne weitere Verarbeitung. Er ist nicht so süß wie Rohr- oder normaler Zucker und hat einen intensiven, leicht karamelligen Eigengeschmack. Passt hervorragend zu dem Hirse-Porridge und dem etwas erdigen Geschmack des Kurkuma. Wenn ihr keinen Vollrohrzucker zuhause habt, geht natürlich auch jedes andere Süßungsmittel, das ihr bevorzugt.

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Ich wünsche euch alles Gute dieser Welt und, passend zum Thema, viele kleine Frühstücksglücke.

Eure
Miriam

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2 Gedanken zu “Hirse-Kurkuma-Porridge oder Über ein altes neues Getreide

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