Eine neue Rezension oder Fast ein Kochbuch

Ihr Lieben,

heute stelle ich euch ein Buch vor… nicht ganz so überschwänglich wie in den vorigen Rezensionen, aber auf jeden Fall empfehlenswert, wenn man das Kochen liebt und etwas zum Schmökern für einen Nachmittag in der Sonne sucht. Bevor ich darauf näher eingehe, hier erst mal Titel und Klappentext.

Valerie kocht

Vom Sinn des Lebens und der Sinnlichkeit des Kochens

Nell wächst in einer Welt der Phantasie auf: Springende Bockwürste sorgen für Chaos in der Küche, und ein Küchenunfall war schuld am Tod ihres Vaters. Das behauptet jedenfalls Valerie, Nells Mutter. Als Erwachsene distanziert sich Nell von Valerie, die versponnenen Geschichten bringen sie zur Weißglut. Erst als Valerie schwer erkrankt, kommen die ungleichen Frauen sich wieder näher. Ein letztes Mal versucht Nell, ihrer Mutter die Wahrheit über ihre Kindheit zu entlocken. Doch Valerie redet nicht – sie kocht. Und Nell begibt sich auf eigene Faust auf Spurensuche …

Ein bisschen stereotyp ist sie, diese Geschichte – der Freund von Nell ist ein knallharter, gefühlloser Analytiker, aber er sieht gut aus, hat viel Geld und ist eine allgemein gute Partie. Der junge, braungebrannte, ebenso gutaussehende Gärtner ist unvermeidlich gefühlvoll, Retter in der Not und am Ende (das kann ich euch verraten, ist eh von Anfang an klar) natürlich doch die bessere Partie. Die Mutter lebt so sehr in ihrer eigenen Welt, dass die Glaubwürdigkeit weit über grenzwertig ist und man möchte sie schütteln, damit sie endlich auch etwas anderes preisgibt als phantastische Geschichten – das alles hat mich dazwischen fast schon ein wenig geärgert. Aber das Ende, das ich euch hier natürlich nicht verraten werde, Spoiler sind schließlich allgemein verpönt, stimmt versöhnlich und hinterlässt ein warmes Gefühl. Trotz oder vielleicht auch gerade wegen der Vorhersehbarkeit des Plots. Alles in allem eine leichte Sommerlektüre, wenig anspruchsvoll und süß wie eine Praline.

Womit wir beim Thema wären: Ein riesiger Pluspunkt dieser Geschichte ist es, dass das Kochen und Backen so liebevoll und sprühend vor Ideenreichtum und Zuneigung dargestellt wird. Valerie kocht und backt sich durch das gesamte Buch, für alle Nachbarn, für ihre Tochter Nell und den Gärtner und zwar in so leuchtenden Farben, dass ich nicht umhin konnte, sofort den Backofen anzuwerfen, nachdem ich es fertig gelesen und beiseite gelegt hatte.

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Welches Rezept ich gebacken habe, verrate ich euch noch nicht – nur so viel: es ist aus dem Rezeptfundus von Valerie – und schmeckt genauso köstlich, saftig und süß, wie es im Buch beschrieben ist. Und es sind Bananen drin. Und Datteln. Und Haselnüsse. Aber jetzt hör ich auf zu spoilern. Das Wort kommt übrigens vom englischen „to spoil“ und bedeutet „verderben“. Wie passend!

Ich wünsche euch alles kleine und große Glück dieser Welt – vielleicht mit dieser kleinen Geschichte?

Eure Miriam

Zum Buch: Marie Goodin (2015): Valerie kocht, Rororo Verlag, 352 Seiten.

 

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