Ansichten einer Studentin oder Schoko-Erdnuss-Tassenkuchen

Meine Lieben,

nun hat auch für die Studenten – entschuldigt, natürlich die Studierenden – der Universitäten die Vorlesungszeit wieder begonnen und somit auch für mich. Und ich muss sagen, so sehr ich die freie Zeit während der Semesterferien genieße, so sehr mag ich es auch, wenn die festen Termine der Uni die Tage strukturieren.  Insbesondere, dass mein Hirn nicht mehr im Leerlauf laufen muss und wieder regelmäßig Input außerhalb von Serien, von den Onlineauftritten der großen Tageszeitungen und von mehr oder minder hochwertigem Fernsehprogramm bekommt. Dass ich wieder gezwungen bin, mich mit Themen intensiv auseinanderzusetzen und mich richtig in Dinge einzuarbeiten. Vielleicht sollte ich die Uni als mein Hobby bezeichnen – vor allem, weil in diesem meinem ziemlich fortgeschrittenen Semester fast nur noch Dinge auf dem Plan stehen, die ich freiwillig belege. Aber das ist dann wohl doch zu weit gegriffen. Lasst es mich so zusammenfassen: Ich lerne sehr gerne neue Dinge, aber es hilft, wenn mich eine gewisse Notwendigkeit von außen dazu bewegt. Ich meine, wer geht schon alleine freiwillig in die Bib, setzt sich hin und arbeitet einen (oder zwei oder drei…) Schinken zur Deutschen Literaturgeschichte durch? Oder lernt autodidaktisch Italienisch?  Oder setzt sich mit reformpädagogischen Konzepten von Schule auseinander? Eben. Niemand. Oder zumindest niemand, den ich kenne. Ihr dürft mich sehr gerne eines Besseren belehren, ich verneige mich vor jedem ehrfürchtig, der sich selbst so motivieren kann. Ich kann es nicht. Klassisch extrinsisch motiviert also.

Nun, da die Uni wieder begonnen hat und ich daneben noch arbeite und deswegen nicht mehr ganz so viel Zeit für ausufernde Koch- und Backprojekte habe, müssen Aufenthalte in der Küche zumindest unter der Woche möglichst effektiv sein – das heißt, mit möglichst wenig Aufwand zubereitet. Da ich zu den Hauptmahlzeiten sehr gern Nudeln esse und meine Nudelsaucen meist sehr unaufwendig sind,  betrifft das vor allem Gebäck. Vor allem deshalb, weil der Heißhunger auf Kuchen und Süßes im Allgemeinen wieder exponentiell ansteigt, je mehr Arbeit ich habe und direkt korreliert mit der Zeit, die ich am Schreibtisch verbringe. Ein super schneller und super schokoladiger kleiner Tassenkuchen aus der Mikrowelle ist die Lösung. Mit Schokocreme. Und Erdnussbutter.

Zur Schokocreme muss ich noch sagen – ich habe den Ovomaltine Schoko Aufstrich benutzt, der macht durch die Stückchen, die da drin sind, ein bisschen Crunch. Da ich mir aber gut vorstellen kann, dass den nicht jeder zuhause hat, behaupte ich, ohne es jedoch ausprobiert zu haben, dass es bestimmt genauso gut mit Nutella funktioniert. Genau so kann ich mir Blaubeeren oder Himbeeren gut drin vorstellen. Oder man lässt die Erdnussbutter weg und nimmt stattdessen einen Esslöffel mehr Schokocreme. Oder mischt noch backfeste Schokodrops unter. Oder serviert ihn mit geschlagener Sahne.

Ich sehe schon, ich muss noch sehr oft Schokokuchengelüste mit diesem Tassenkuchen stillen, bis ich alle Variationen durchhabe, die mir einfallen. Heute aber erstmal die ursprüngliche, bereits geteteste und für gut befundene Version mit Ovomaltine und Erdnussbutter. Sehr schokoladig, genau das richtige Bisschen erdnussig, sehr saftig und am besten lauwarm direkt aus der Mikrowelle.

Erdnuss-Schoko-Tassenkuchen aus der Mikrowelle

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Das Rezept reicht für eine mittelgroße, ca. 300ml fassende Tasse. Genau die richtige Portion für mich bei großem Schokoladenhunger.

1 Ei (Größe M) in eine Tasse schlagen. 1,5 gehäufte Teelöffel Mehl, einen gehäuften Teelöffel Kakao und einen Teelöffel Zucker darauf geben. Dann einen großzügigen Esslöffel Ovomaltine Schoko Aufstrich, einen ebenso großzügigen Teelöffel Erdnussbutter und drei Teelöffel Milch in die Tasse geben. Mit einem Löffel oder einer Gabel rasch zu einem glatten Teig verrühren.

Dann in der Mikrowelle auf höchster Stufe ungefähr eine Minute backen. So lange, bis der Kuchen aufgegangen ist  und auf Druck leicht nachgibt. Das ist von Mikrowelle zu Mikrowelle unterschiedlich. Auf keinen Fall zu lange backen, da der Kuchen dann sehr fest und gummiartig wird und kaum noch genießbar ist. Wollt ihr euren Tassenkuchen mit flüssigem Kern, dann sind auch ca. 50 Sekunden Backzeit ausreichend.

 

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Ich wünsche euch alles kleine Glück dieser Welt!

Eure Miriam

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Bananen-Dattel-Kuchen oder Bücher für den guten Zweck

Ihr Lieben,

erinnert ihr euch an den letzten Blogbeitrag? Die Buchrezension und meine Ankündigung, daraus ein Rezept vorzustellen, das mich überrascht und ziemlich überzeugt hat? In dem Bananen und Datteln und Haselnüsse eine Rolle spielen? Voilà, hier kommt es, mit – ihr habt es bestimmt schon erraten – Bananenkuchen. Und zwar dem lockersten und saftigsten Bananenkuchen, den ich jemals selbst gebacken habe.

Valerie (für alle, die den vorherigen Beitrag nicht gelesen haben: eine der Hauptfiguren,, eine begnadete Köchin) kündigt das Rezept an als schnell zusammengerührt, perfekt für Familien und Kindergeburtstage. Letzteres kann ich nicht beurteilen, aber schnell gemacht ist er auf jeden Fall. Und er kommt dazu noch ohne zusätzlichen Zucker aus, weil die Bananen und die Datteln mehr als genug eigene Süße haben. Außerdem ist er super saftig und locker – ich weiß, ich wiederhole mich, aber das ist wirklich wichtig für mich. Bei meinen letzten Banana Bread-Versuchen war ich nämlich nie ganz glücklich mit der Konsistenz, sie waren immer sehr fest, fast schon klatschig. Ich glaube, das Geheimnis ist, die Bananen nicht vollkommen zu Brei zu zermatschen, sondern nur so grob, dass neben Bananenmus noch Stücke bleiben. Die Rosinen im Teig kann man natürlich weglassen, wenn man nicht von der Rosinenliebhaberfraktion ist, zu der ich definitiv gehöre. Sie sind nicht essentiell für den Geschmack und die Süße.

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Bananen-Dattel-Kuchen nach Art der Valerie

Die Zutaten reichen für eine kleine Kastenform. Möchte man eine ganze Familie oder einen Kindergeburtstag versorgen, wie Valerie es vorschlägt, dann die Mengen am besten verdoppeln.

175g getrocknete Datteln der Länge nach halbieren und dann in Scheiben schneiden. 85g Weizenmehl, 40g gemahlene Haselnüsse, 2 Teelöffel Zimt, 2 Teelöffel Backpulver und eine Handvoll Rosinen mischen. Die Datteln unterheben. 2 sehr reife Bananen in einer Schüssel grob zerdrücken. 50g Butter zerlassen, zusammen mit einem Ei unter die Bananen rühren. Dann rasch mit den trockenen Zutaten vermischen.

In eine gefettete und bemehlte Kastenform füllen, mit gehobelten Mandeln bestreuen und bei 180°C Ober- und Unterhitze zwischen 40 und 50 Minuten backen.

 

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So gut der Kuchen ist, so zwiespältig bin ich, was die Qualität des Buches anbelangt. Ich habe schon seit Längerem beschlossen, mein übervolles Bücherregal auszusortieren und da wird „Valerie kocht“ ebenfalls dazugehören. Eigentlich würde ich gerne alle behalten und expandieren, aber das ist aus platztechnischen Gründen in meiner Wohnung nicht möglich. Also müssen nicht ganz so liebgewonnene Bücher raus und ich bin sehr froh, dass ich eine Möglichkeit gefunden habe, ihnen eine neue Heimat zu geben. Ich tue mich nämlich sehr schwer damit, Bücher einfach wegzuwerfen. Egal, wie wenig sie mir gefallen haben, Geschichten haben es nicht verdient, in der Mülltonne zu landen und mit zerfledderten Seiten und fleckigen Buchdeckeln in eine Müllverbrennungsanlage zu wandern.

Ich habe in Passau  einen kleinen Bücherladen entdeckt, der für einen guten Zweck Bücher aus zweiter Hand verkauft. Jeder kann dorthin spenden, die Bücher werden dann auf Qualität überprüft und wieder zum Verkauf angeboten. Das Besondere daran ist, dass man nur so viel für ein Buch zahlt, wie man möchte, wie man den Wert des Buches einschätzt. Die Einnahmen gehen an soziale und caritative Einrichtungen im Raum Passau. Ich finde, das ist eine sehr gute, unterstütztenswerte Idee und ich werde mich sehr bald mit einem Sack voll Bücher dort einfinden. Und hoffentlich mit weniger wieder herauskommen, als ich hingebracht habe.

Der Verein, der den Laden betreibt, nennt sich BookAid Passau. Er liegt in der Innstadt, genauer in der Schmiedgasse 16. Genauere Informationen über den Verein und seine Tätigkeiten findet ihr hierUnd für alle, die nicht in Passau wohnen: Die Initiative BookAid ist eine weltweit agierende mit Ursprung in Großbritannien. Ihr findet also bestimmt in allen kleineren und größeren Städten solche oder ähnliche Projekte.

Alles kleine Glück der Welt wünsche ich euch, diesmal mit einem guten Buch und einem Stückchen Kuchen.

Eure Miriam

 

 

Blaubeer-Zitrone-Muffins oder Mit Mörikes Worten

Ihr Lieben,

ich mag den Frühling. Die Wärme, die langsam wieder kommt und es möglich macht, das man auch mal ohne Mütze das Haus verlässt. Die ersten Farbtupfer, wenn Krokusse und Schneeglöcklchen blühen. Das erste satte Grün, wenn sich die Wiesen beginnen zu erholen und der übermütige Schnittlauch auf meinem Balkon schon fleißig treibt. Die knospenden Bäume, die Vögel, die mit ihrem Gezwitscher wieder die Morgen einläuten. Der erdige, nasse Geruch, wenn man durch die Wiese und im Wald spazieren geht. Einfach dieses Erwachen der Natur, diese Vorbereitung, dieser Aufbruch, diese Absage an den toten Winter ist es, was mich jedes Jahr fasziniert und mir viel Energie mitgibt.

Oder, um es mit Mörikes Worten zu sagen, der alles Tolle am Frühling in so wenigen Worten konzentriert:

Frühling lässt sein blaues Band/ wieder flattern durch die Lüfte.
Süße, wohlbekannte Düfte/ streifen ahnungsvoll das Land.

Leider bin ich keine Dichterin und deswegen kann ich weder eine Ode an den Frühling noch an die Muffins schreiben, die ich euch heute mitgebracht habe. Aber lasst mich trotzdem eine prägnante Beschreibung dieses Gebäcks versuchen, das euch den Frühlingsanfang versüßen und das Osterfrühstück (im Falle, dass ihr Ostern feiert) oder das erste Frühlingspicknick im Freien oder einfach die Kaffeetafel zieren kann.

Das Höchste an diesen Muffins sind (neben den Blaubeeren natürlich) die Streusel, die mir so knusprig wie noch nie gelungen sind. Der Streuselteig ist recht bröslig und hat einen vergleichsweise niedrigen Butteranteil. Das ist es, was es problemlos möglich macht, ihn über den Muffinteig zu streuen und somit zwar recht kleine, aber sehr feine, knusprige und nur zart nach Butter schmeckende Streusel zu erhalten. Und die toppen diese sehr saftigen, blaubeerigen und leicht zitronigen Muffins auf’s Vorzüglichste.

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Blaubeer-Zitrone-Muffins mit Knusperstreusel

Für die Streusel 50g Zucker und 50g Butter mit 100g Mehl verkneten. Der Teig wird, wie schon erwähnt, recht bröselig. Es sollten sich schon kleine Klumpen formen lassen, aber er muss nicht so fest zusammenhalten wie ein Mürbteig. 30 Minuten im Kühlschrank kalt stellen.

Für die Muffins 1 Ei mit 65g Zucker in einer Schüssel verrühren. 125 ml Buttermilch, 125 ml Milch und 75 ml Sonnenblumenöl dazugeben und zusammen mit der abgeriebenen Schale von einer Zitrone unterrühren. Dann 250g Mehl und 3 gestrichene Teelöffel Backpulver vermischen und rasch mit den flüssigen Zutaten verrühren. Zwei kleine Gläser oder ein großes Glas Blaubeeren abgießen, abtropfen lassen und unter den Teig heben.

In Muffinförmchen verteilen, die Streusel darüber streuseln und bei 180°C Ober- und Unterhitze ungefähr 25 Minuten backen.

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Mir ist das Rezept vor allem deswegen so ein kleines Glück, weil ich ein bisschen daran herumgetüftelt habe. Sonst waren mal die Streusel zu schwer mit zu viel Butter, dann wieder war zu viel Buttermilch drin oder zu wenig Blaubeeren. Jetzt hab ich für mich das perfekte Rezept gefunden. Am besten schmecken die Muffins noch lauwarm frisch aus dem Ofen, mit Vanille- oder Maple Walnut Eis. Und weil sie sich auch eignen, eine Frühstückstafel zu schmücken, mache ich mit diesem Rezept mit bei dem Blogevent #diyosterbrunch von Jules Moody, Yvonne von Mohntage, PaulsVera und Anika von Vergissmeinnicht.

Lasst es euch gut gehen, ich wünsche euch alles kleine Glück dieser Welt.

Eure Miriam

Schokoladenkuchen mit Kirschen oder Intelligente Kostümschlachten

Ich mag Filme und Serien, die in historischen Settings spielen. In denen kann man schwelgen, sich an den aufwendigen Kulissen und besonders an den schönen Kleidern erfreuen. Sich hinüberträumen in eine andere, längst vergangene Zeit, in denen die Frauen schöne Kleider trugen, lange Haare und (bedauerlicherweise) keine Rechte hatten und die Männer galante, immer gut gekleidete Gentlemans waren, die lange Bärte und alle Rechte hatten. Aber – Überraschung – alleine diese Umstände reichen für mich nicht aus, um eine gute Serie auszumachen. Eigentlich finde ich Serien, die alleine diese Kriterien erfüllen, ziemlich flach und definitiv nicht sehenswert – Spartacus ist so ein Beispiel. Entsetzlich, wie Frauen hier zu Objekten degradiert und die Gladiatorenkämpfe der Römerzeit völlig unreflektiert zu Heldentaten aufgebaut werden, ohne die Hintergründe wenigstens ansatzweise zu beleuchten. Also, ein zumindest etwas kritischer und realistischer Blick ist mir wichtig. Und intelligente Handlungsstränge. Mit Downton Abbey möchte ich euch heute eine Serie vorstellen, die für mich genau die Kriterien erfüllt und die ich euch deswegen an’s Herz legen möchte: weil sie gut gemacht, intelligent, detailgenau UND eine Kostümschlacht ist.

Downton Abbey ist eine britische Serie aus dem Hause ITV. Das Leben, die Intrigen, die Irrungen und Wirrungen der britischen Adelsfamilie Grantham und deren Personal wird über sechs Staffeln und einem Zeitraum von 12 Jahren, nämlich von 1914 bis 1926, begleitet. Nun, man könnte jetzt sagen, das ist eine klassische historische Kostümschlacht, wie oben beschrieben, aber so einfach ist es nicht. Zuerst einmal trugen die Männer in den 20er Jahren höchstens Schnauzer – die Backenbärte der Kaiserzeit waren weitgehend verpönt.

Downton Abbey schafft es, durch die feine Ausbalancierung der Themenschwerpunkte neben den typischen Einzelschicksalen, die es so mehr oder weniger in jeder Serie gibt (Tod, Affären, Liebes- und Zweckheiraten, uneheliche Kinder und was alles sonst dazugehört) weitere spannende Handlungsstränge zu schaffen. Das geschieht zum Beispiel durch Einflechtung von Generationen- und Standeskonflikten, die Frauenrechtsbewegung und die sozialistischen Strömungen, die vom Festland her schwappend auch die Arbeiter auf der Insel in ihrem Denken beeinflussten. Besonders die Schicksale, die Aufgaben und das Leben des Hauspersonals, die gleichberechtigt neben denen der Familie Grantham stehen, haben mich an der Serie besonders fasziniert. Das gibt einen Einblick in den Mikrokosmos eines adeligen Haushalts, der nur funktionieren kann, wenn jeder darin auch seine Stellung kennt und nach bestem Wissen ausfüllt – dass das Dienertum aus heutiger Sicht nicht positiv zu bewerten ist, muss ich dabei ja nicht extra erwähnen.

Ich weiß nicht, inwiefern Downton Abbey einen beschönigenden Schleier über diese Zeit legt – sie lässt einen Einblick in einen Haushalt zu, in dem die Diener ein verhältnismäßig gutes Leben führen und von den Mitgliedern der Familie auch als Menschen wahrgenommen und menschenwürdig behandelt werden. Sie hat keinen nostalgischen Charakter, wichtig für die ganze Serie und ein Leitthema ist die Verhandlung eines Gleichgewichts zwischen Altem und Neuem, Vertrautem und Unbekanntem, dem Fortschritt und der Stagnation. Generell überwiegt der Fortschrittsglaube und macht deutlich, dass ohne die Anpassung an neue Gegebenheiten das Überleben unmöglich ist. Vielleicht endet Dowton Abbey deshalb auch mit der Zeit um 1925, weil danach durch gravierende, in der Serie auch schon angedeutete Veränderungen im Denken und den Ansprüchen vor allem der einfachen Menschen, das lang tradierte System des Dienertums zu verschwinden begann und somit die Basis für einen funktionierenden Haushalt des Adels wegbrach.

Im Gesindetrakt von Downton Abbey ist ein Dreh- und Angelpunkt im Leben des Hauspersonals die Küche, deren Herrscherin Missis Patmore zuständig ist für all die Köstlichkeiten, die bei der Familie Grantham tagtäglich auf den Tisch kommen. Bestimmt wäre sie begeistert von der flaumigen Weichheit und Saftigkeit dieses Schokoladenkuchen, der durch die Kirschen wunderbar fruchtig wird. Abgerundet wird der Geschmack durch den Mohn. Den kann man weder auf den Fotos noch im fertigen Kuchen erkennen, er hinterlässt aber einen leicht nussigen Geschmack, der gut mit der Schokolade und den Kirschen harmoniert (ich meine, dass diese Zutaten gut zusammenpassen, das ist ja hinreichend belegt). Wahrlich, ein perfekter Kuchen für einen englischen five o’clock tea. Und perfekt als Begleitung für einen Binge-Watching-Abend – oder zwei?

Schokolade-Mohn-Kuchen mit Kirschen

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Das Rezept ist für eine Springform mit 18cm Durchmesser gedacht. Für eine Familienportion Kuchen in einer 26cm Springform einfach alle Mengen verdoppeln.

125g Butter mit 80g Zucker schaumig schlagen. 50g Zartbitterschokolade schmelzen (ich habe festgestellt, dass das in der Mikrowelle wunderbar geht, wenn man sie vorher ganz fein hackt und dann fest aufpasst, dass sie nicht anbrennt) und zu der Butter-Zucker-Mischung geben. Noch einmal aufschlagen, dann nacheinander 2 Eier unterrühren. In einer Schüssel 125g Mehl mit 3 EL ganzen Mohnsamen, einem halben Päckchen Backpulver und 15g Kakao mischen. Die Mehlmischung unter die Masse geben und noch einmal kurz durchrühren. Ein Glas Sauerkirschen abgießen, abtropfen lassen und unter den Teig heben.

In eine Springform füllen und bei 175°C Ober- und Unterhitze ungefähr 45 Minuten backen.

Den Kuchen abkühlen lassen und entweder 100g Zartbitterschokolade schmelzen lassen und ihn komplett damit überziehen oder, wie ich es gemacht habe, 50g Zartbitterschokolade schmelzen und dekorative Streifen spritzen. Ich bin nämlich kein besonders großer Fan von Schokoglasur, aber es sieht auf Fotos einfach hübscher aus als ohne.

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Ich wünsche euch alles Gute dieser Welt und viel kleines Glück – in Kuchen und einer guten Serie.

Eure
Miriam

Mohn-Marzipan-Kipferl oder Willkommen, 3. Advent

Hallo ihr Lieben,

heute mag ich gar nicht lang drumrum reden, sondern lieber gleich zum Wesentlichen kommen – die Mohn-Marzipan-Kipferl, die ich euch heute mitgebracht habe. Ich bin sehr stolz darauf, weil das meine allerersten wirklich selbst ausgedachten Plätzchen sind und noch viel stolzer macht mich, dass ich sie unter diesem Namen und in dieser oder einer ähnlichen Kombination nicht in Google finden kann. Ich glaube, ich gehe gleich ein Patent anmelden, das wären sie tatsächlich auch wert.

Ursprünglich wollte zwar ich einen Kuchen backen, mit Marzipan, Mandeln, Mohn und Kirschen. Dann ist mir aber eingefallen, dass meine Seite hier noch gar nicht adventlich gestimmt ist, weder von der Deko noch von den Posts und den Themen. Mag sein, dass das an meiner eher unadventlichen Stimmung liegt. Zu viel gibt es die ganze Zeit zu tun, als dass ich mich einfach entspannt auf Weihnachten freuen, Plätzchen backen und mir Gedanken über die Geschenke für meine Lieben machen könnte. Nur an den Adventssonntagen nehme ich mir Zeit und kuschle mich abends mit einer Tasse heißen Apfelmosts und einem Teller Plätzchen und Lebkuchen auf die Couch, das Wohnzimmer nur durch die Kerzen des Adventskranzes erhellt. Und dann erfüllt mich doch schon ein bisschen vorweihnachtliche Stimmung.

Auf jeden Fall dachte ich mir, wieso nicht meine Lust auf Gebackenes mit Mohn und Marzipan mit Plätzchen stillen anstatt mit Kuchen? Und tadaa, hier seht ihr das Ergebnis. Zum Glück sind sie so gut und fotogen geworden, dass ich sie jetzt hier auf dem Blog mit euch teilen und ein bisschen adventliche Stimmung verbreiten kann.

Übrigens, warmer Apfelmost ist meine Entdeckung des Winters. Im Gegensatz zu Glühwein und anderen alkoholischen Heißgetränken, von denen mir nach zwei Schlucken immer schon übel wird. Also vielleicht auch eine Empfehlung an andere Glühweinverächter, sofern ihr Apfelsaft mögt. Schmeckt nämlich ein bisschen so ähnlich, nur nicht so süß und mit weihnachtlichen Gewürzen. Besonders gern mag ich den hier. Und sollte ich mal die Gelegenheit haben, auszuprobieren, wie selbstgemachter Glühmost schmeckt, dann lasse ich es euch auf jeden Fall wissen.

Aber nun zurück zu meinem Rezept, bestimmt seid ihr schon ganz neugierig. Die Kipferl schmecken nach Marzipan und zart nach Mohn. Außen knusprig und innen weich, sind sie genau so, wie ich es mag. Und dann auch noch so einfach und unkompliziert … vielleicht gehe ich doch ein Patent anmelden.

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Mohn-Marzipan-Kipferl

Die Menge reicht für drei Bleche – wenn man Geduld hat und kleine Kipferl backt.

130g Marzipan, 50g Butter, ein Ei, 200g Mehl, 80g Puderzucker und 2 EL nicht gemahlene Mohnsamen zu einem  glatten Teig verarbeiten. Dann 30 Minuten im Kühlschrank kalt stellen. Dann zu Kipferln formen und bei 180°C Ober- und Unterhitze ungefähr 7 Minuten backen.

Abkühlen lassen und mit Puderzucker bestreuen. Luftdicht verpackt halten sie sich bestimmt bis Weihnachten, aber das habe ich noch nicht ausprobiert. Und ich bin mir auch gar nicht sicher, ob die überhaupt so lange halten.

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Ich wünsche euch trotz der alltäglichen und besonderen vorweihnachtlichen Verpflichtungen Zeit, das kleine Glück zu genießen, Plätzchen selbst zu backen und bei Glühwein mit lieben Menschen zusammenzusitzen. Ich zum Beispiel neige nämlich manchmal dazu, fast zu vergessen, wie wichtig solch kleinen Dinge sind.

Wie immer wünsche ich euch alles Gute dieser Welt.

Eure
Miriam

Beerenkäsekuchen oder Die Treffsicherheit von Anglizismen

Eigentlich wollte ich diesen Artikel „Die nicht immer unbestrittene Treffsicherheit von Anglizismen nennen… aber zu lange Überschriften führen meiner Meinung nach zu Verwirrung und Desinteresse beim Leser, wenn sie nicht wohldosiert sind. Käsekuchen… Ich fand als Kind immer faszinierend, wie es süßen Kuchen geben kann, der offensichtlich (dem Namen nach) Käse enthält. Und welcher Käse das dann wohl sein mag? Als ich dahintergekommen bin, dass doch keiner zum Einsatz kommt, sondern dass das ganze Geheimnis Quark ist, war ich zwar nicht wirklich überrascht. Aber ich muss bis heute daran denken, immer wenn ich einen esse oder backe. Und ich wundere mich sehr, warum niemand mehr Käsekuchen, sondern alle nur noch Cheesecake backen. Ich meine, ich weiß, es hört sich einfach hipper an. Genau so wie Breakfastbowl besser klingt als Frühstücksschüssel und Smoothiebowl griffiger ist als Eine Auswahl pürierter Früchte, garniert mit in dekorative Streifen gelegte  Kerne und Samen, serviert in einer Suppenschüssel, zu verzehren mithilfe eines Löffels. Aber Käsekuchen ist eine so treffende Bezeichnung, bei der sich als schöner Nebeneffekt bestimmt alle Kinder fragen, welcher Käse denn wie darin enthalten sein kann, ohne dass man ihn herausschmeckt. Also – für mehr Käsekuchen und weniger Cheesecake in unseren Küchen!

Das mag jetzt vielleicht so klingen, als sei ich generell gegen Anglizismen. Das ist nicht wahr, es gibt einige sehr prägnante und treffende. Weswegen ich es auch absolut unnötig finde, Sprachpurismus zu betreiben. Sprache ist ein lebendiges, sich ständig veränderndes Gebilde, das über die Zeit sehr vielen Einflüssen ausgesetzt ist. Man bedenke nur die Lehnwörter aus dem Lateinischen und Französischen, die in den täglichen Sprachgebrauch eingingen, als diese Sprachen in Europa dominant waren und die wir heute selbstverständlich benutzen. Aktuell ist es eben Englisch, das uns überall begegnet und unsere tägliche Kommunikation (meistens) bereichert. Das finde auch ich ganz natürlich und in Ordnung. Was mich jedoch stört, ist der unreflektierte Gebrauch. Wie Cheesecake. Cheese = Käse. Cake = Kuchen. Okay, wenn man einen New York Cheesecake nur mit Frischkäse bäckt, dann verstehe ich das. Ist ja dann ein speziell amerikanisches Rezept. Aber sobald Quark mit im Spiel ist, bin ich für die Bezeichnung Käsekuchen. So.

Sprachpurismus (frz.: purisme, lat.: purus = rein) oder Sprachreinigung ist übrigens der Versuch, alle Fremd- und Lehnwörter aus einer Sprache zu tilgen, indem aus dem Material der eigenen Sprache neue Wörter gebildet werden. Bestrebungen dazu gibt es in einigen Ländern mehr oder weniger erfolgreich. Bekannt ist vor allem die bereits erwähnte Académie Francaise in Frankreich oder die Academia della Crusca in Italien, aber auch die Isländer versuchen intensiv, ihre Sprache frei von anderen Einflüssen zu halten. Um die Dame Wikipedia einmal wieder zu Wort kommen zu lassen.

Nun aber Schluss mit dem Geschwafel. Heute gibt es Blueberry and Raspberry Cheesecake.

Oh nein, entschuldigt. Bodenlosen Käsekuchen mit Blaubeeren und Himbeeren meinte ich natürlich. Das wollte ich schon lange mal ausprobieren. Leider hatte ich keinen Grieß mehr zuhause (der eigentlich dem Kuchen Stand geben sollte), deswegen habe ich mich stattdessen für viel Vanillepuddingpulver (alternativ geht auch Speisestärke) entschieden, was ihm sehr gut getan hat. Ergebnis ist ein sehr fluffiger, weicher, nicht zu süßer Kuchen mit optimalem Stand, der sich auch sehr gut als Dessert servieren lässt.

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BODENLOSER KÄSEKUCHEN MIT BLAUBEEREN UND HIMBEEREN

Die Menge ist für eine Springform mit 26cm Durchmesser gedacht. Und die ist, wie ich festgestellt habe, nur gerade so ausreichend.

250g Zucker mit 250g Butter schaumig rühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat und die Masse weißlich geworden ist. Anschließend 6 Eier trennen. Das Eiweiß steif schlagen und beiseite stellen. Das Eigelb nach und nach unter die Butter-Zucker-Masse rühren. Dann einen Kilo Quark (am besten den mit 20% Fett i.d.Tr.) unterrühren. Einen Esslöffel Mehl mit einem Teelöffel Backpulver und zwei Päckchen Vanillepuddingpulver vermischen und schnell mit der Quarkmasse vermengen. Zum Schluss den Eischnee unter die Masse ziehen. Nun kommen noch 200g frische Blaubeeren und ungefähr ebenso viele Himbeeren (ich habe da tiefgekühlte genommen, aber frische gehen sicher genauso gut) dazu.

Den Teig (kann man es überhaupt so bezeichnen?) in eine mit Backpapier ausgelegte, aber nicht gefettete (!) Springform streichen und bei 180°C Ober- und Unterhitze eine Stunde backen. Dann den Ofen abschalten und bei geschlossener Tür noch so lange ziehen lassen, bis der Kuchen Gefahr läuft, zu dunkel zu werden. Wichtig: Vor dem Anschneiden vollständig auskühlen lassen, weil er sonst zusammenfällt!

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Ich wünsche euch alles Gute dieser Welt! Und im Alltag viele kleine Glücke!

Eure

Miriam

 

Macadamiakaramell oder Die Dekadenz der Marie Antoinette

„Wenn sie kein Brot haben, so sollen sie doch Kuchen essen!“ Dieses wohlbekannte Zitat (ich weiß nicht, ob es verbürgt ist, aber wenn nicht, so ist es zumindest eine sehr passende Überlieferung) der französischen Kaiserin Marie Antoinette drückt alles aus, was opulenten Torten, Kuchen und Keksen mit edlen Zutaten anhaftet. Die pure Dekadenz. Süßgebäck aller Art ist eigentlich ein Luxusgut. Vor gar nicht allzu langer Zeit waren selbst die Grundzutaten so wertvoll, dass das Gros der Bevölkerung sie nur an besonderen Tagen zu Kuchen oder Keksen verarbeitete. Wenn sie überhaupt so viel hatten, dass sie Kuchen daraus backen konnten. Ist es – zumindest in unseren Breiten – heute nichts mehr Besonderes, Mehl, Eier und Zucker zur Verfügung zu haben, so ist doch Süßgebäck für mich immer noch mit etwas Besonderem verbunden. An Geburtstagen zum Beispiel biegt sich die Tafel unter einer überbordenden Auswahl an Kuchen und Torten. Sich da überall durchzuprobieren, ist definitiv das Beste! Und eine Absage mit Pauken und Trompeten an alle Diätgurus und Fitnessfanatiker, die sich jedes Stück Kuchenglück versagen … oder gesunde Kuchen backen. Für mich zwei Attribute, die absolut nicht zusammenpassen. Was soll das sein? Wenn ich mich entscheide, mich durch eine Kuchentafel zu fräsen, dann möchte ich nicht darauf hingewiesen werden, dass der mit den Kirschen ohne Zucker ist, in dem anderen nur Vollkornmehl, Leinsamen und getrocknete Aprikosen und dass die Erdbeer -Torte ausschließlich fettfreie Sahne enthält. Sondern ich möchte einfach nur die Augen schließen, meine Gabel in 3000 Kalorien versenken und genau an die Kalorienzahl nicht denken. Einfach die pure Opulenz genießen, die für Marie Antoinette in ihrer goldenen Welt des französischen Hofes so selbstverständlich war, dass sie die Nöte und Sorgen des einfachen, hungernden Volkes übersah. Was ihr, wohlbekannt, schließlich zum Verhängnis wurde.

Heute stelle ich euch, passend zu meinem Plädoyer für den schamlosen Kuchengenuss, besonders köstliche Cookies vor. Leicht karamellfarben, gesprenkelt mit Vanille und durchsetzt mit Macadamiastückchen, sind sie wunderbar weich und schmecken (sehr entfernt) nach den gerösteten Mandeln , die es in Tüten auf wahrscheinlich jedem Volksfest in Deutschland gibt und an denen ich nie vorbeigehen kann, ohne mir eine davon zu kaufen.

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KARAMELL-MACADAMIA-WEISSE-SCHOKOLADE-COOKIES

Die angegebenen Mengen reichen für 30-35 normal große Cookies. Und falls ihr euch fragt, was normal ist.. nicht so groß wie die von McDonalds, wo einem (zumindest mir) nach einem halben schon schlecht ist. Aber nur ein bisschen kleiner.

Den Backofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen.

Für das Sahnekaramell 100g Zucker in einem Topf schmelzen und karamellisieren lassen. Dann 200g Sahne angießen. Achtung hierbei, der geschmolzene Zucker ist sehr heiß und erstarrt sofort, wenn man die kühle Sahne hinzugibt. Außerdem zischt und dampft es sehr stark – also Achtung vor Verbrühung. Sobald die Sahne kocht, so lange rühren, bis sich das Karamell vollständig aufgelöst hat. Das kann schon fünf Minuten dauern. Nicht wundern, die Masse wird sehr flüssig. Dann beiseite stellen und abkühlen lassen.

Für die Cookies 300g Mehl mit 250g Butter, dem Mark einer Vanilleschote und einem Ei verkneten. Dann das abgekühlte Sahnekaramell unterrühren.

125g gesalzene und geröstete Macadamianüsse (genau eine Packung von Edeka, wenn ihr es noch nussiger wollt, könnt ihr gerne mehr nehmen) unter fließendem Wasser abspülen und grob hacken. 50g weiße Schokolade ebenso grob hacken. Beides unter den Teig heben.

Anschließend mit einem Löffel Portionen abstechen und auf einem Backblech verteilen. Im Backofen zehn bis zwölf Minuten backen.

Am besten noch auf dem Backblech abkühlen lassen, da sie heiß recht leicht brechen, oder mit einem Pfannenwender vorsichtig herunternehmen. Dann genießen. Am besten alle auf einmal. Und wenn man das nicht schafft, schmecken sie am nächsten und übernächsten Tag noch mindestens genauso gut.

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Genießt eure Zeit, ich wünsche euch einen tollen Start in die Woche!

Eure

Miriam