Mohn-Marzipan-Kipferl oder Willkommen, 3. Advent

Hallo ihr Lieben,

heute mag ich gar nicht lang drumrum reden, sondern lieber gleich zum Wesentlichen kommen – die Mohn-Marzipan-Kipferl, die ich euch heute mitgebracht habe. Ich bin sehr stolz darauf, weil das meine allerersten wirklich selbst ausgedachten Plätzchen sind und noch viel stolzer macht mich, dass ich sie unter diesem Namen und in dieser oder einer ähnlichen Kombination nicht in Google finden kann. Ich glaube, ich gehe gleich ein Patent anmelden, das wären sie tatsächlich auch wert.

Ursprünglich wollte zwar ich einen Kuchen backen, mit Marzipan, Mandeln, Mohn und Kirschen. Dann ist mir aber eingefallen, dass meine Seite hier noch gar nicht adventlich gestimmt ist, weder von der Deko noch von den Posts und den Themen. Mag sein, dass das an meiner eher unadventlichen Stimmung liegt. Zu viel gibt es die ganze Zeit zu tun, als dass ich mich einfach entspannt auf Weihnachten freuen, Plätzchen backen und mir Gedanken über die Geschenke für meine Lieben machen könnte. Nur an den Adventssonntagen nehme ich mir Zeit und kuschle mich abends mit einer Tasse heißen Apfelmosts und einem Teller Plätzchen und Lebkuchen auf die Couch, das Wohnzimmer nur durch die Kerzen des Adventskranzes erhellt. Und dann erfüllt mich doch schon ein bisschen vorweihnachtliche Stimmung.

Auf jeden Fall dachte ich mir, wieso nicht meine Lust auf Gebackenes mit Mohn und Marzipan mit Plätzchen stillen anstatt mit Kuchen? Und tadaa, hier seht ihr das Ergebnis. Zum Glück sind sie so gut und fotogen geworden, dass ich sie jetzt hier auf dem Blog mit euch teilen und ein bisschen adventliche Stimmung verbreiten kann.

Übrigens, warmer Apfelmost ist meine Entdeckung des Winters. Im Gegensatz zu Glühwein und anderen alkoholischen Heißgetränken, von denen mir nach zwei Schlucken immer schon übel wird. Also vielleicht auch eine Empfehlung an andere Glühweinverächter, sofern ihr Apfelsaft mögt. Schmeckt nämlich ein bisschen so ähnlich, nur nicht so süß und mit weihnachtlichen Gewürzen. Besonders gern mag ich den hier. Und sollte ich mal die Gelegenheit haben, auszuprobieren, wie selbstgemachter Glühmost schmeckt, dann lasse ich es euch auf jeden Fall wissen.

Aber nun zurück zu meinem Rezept, bestimmt seid ihr schon ganz neugierig. Die Kipferl schmecken nach Marzipan und zart nach Mohn. Außen knusprig und innen weich, sind sie genau so, wie ich es mag. Und dann auch noch so einfach und unkompliziert … vielleicht gehe ich doch ein Patent anmelden.

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Mohn-Marzipan-Kipferl

Die Menge reicht für drei Bleche – wenn man Geduld hat und kleine Kipferl backt.

130g Marzipan, 50g Butter, ein Ei, 200g Mehl, 80g Puderzucker und 2 EL nicht gemahlene Mohnsamen zu einem  glatten Teig verarbeiten. Dann 30 Minuten im Kühlschrank kalt stellen. Dann zu Kipferln formen und bei 180°C Ober- und Unterhitze ungefähr 7 Minuten backen.

Abkühlen lassen und mit Puderzucker bestreuen. Luftdicht verpackt halten sie sich bestimmt bis Weihnachten, aber das habe ich noch nicht ausprobiert. Und ich bin mir auch gar nicht sicher, ob die überhaupt so lange halten.

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Ich wünsche euch trotz der alltäglichen und besonderen vorweihnachtlichen Verpflichtungen Zeit, das kleine Glück zu genießen, Plätzchen selbst zu backen und bei Glühwein mit lieben Menschen zusammenzusitzen. Ich zum Beispiel neige nämlich manchmal dazu, fast zu vergessen, wie wichtig solch kleinen Dinge sind.

Wie immer wünsche ich euch alles Gute dieser Welt.

Eure
Miriam

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Macadamiakaramell oder Die Dekadenz der Marie Antoinette

„Wenn sie kein Brot haben, so sollen sie doch Kuchen essen!“ Dieses wohlbekannte Zitat (ich weiß nicht, ob es verbürgt ist, aber wenn nicht, so ist es zumindest eine sehr passende Überlieferung) der französischen Kaiserin Marie Antoinette drückt alles aus, was opulenten Torten, Kuchen und Keksen mit edlen Zutaten anhaftet. Die pure Dekadenz. Süßgebäck aller Art ist eigentlich ein Luxusgut. Vor gar nicht allzu langer Zeit waren selbst die Grundzutaten so wertvoll, dass das Gros der Bevölkerung sie nur an besonderen Tagen zu Kuchen oder Keksen verarbeitete. Wenn sie überhaupt so viel hatten, dass sie Kuchen daraus backen konnten. Ist es – zumindest in unseren Breiten – heute nichts mehr Besonderes, Mehl, Eier und Zucker zur Verfügung zu haben, so ist doch Süßgebäck für mich immer noch mit etwas Besonderem verbunden. An Geburtstagen zum Beispiel biegt sich die Tafel unter einer überbordenden Auswahl an Kuchen und Torten. Sich da überall durchzuprobieren, ist definitiv das Beste! Und eine Absage mit Pauken und Trompeten an alle Diätgurus und Fitnessfanatiker, die sich jedes Stück Kuchenglück versagen … oder gesunde Kuchen backen. Für mich zwei Attribute, die absolut nicht zusammenpassen. Was soll das sein? Wenn ich mich entscheide, mich durch eine Kuchentafel zu fräsen, dann möchte ich nicht darauf hingewiesen werden, dass der mit den Kirschen ohne Zucker ist, in dem anderen nur Vollkornmehl, Leinsamen und getrocknete Aprikosen und dass die Erdbeer -Torte ausschließlich fettfreie Sahne enthält. Sondern ich möchte einfach nur die Augen schließen, meine Gabel in 3000 Kalorien versenken und genau an die Kalorienzahl nicht denken. Einfach die pure Opulenz genießen, die für Marie Antoinette in ihrer goldenen Welt des französischen Hofes so selbstverständlich war, dass sie die Nöte und Sorgen des einfachen, hungernden Volkes übersah. Was ihr, wohlbekannt, schließlich zum Verhängnis wurde.

Heute stelle ich euch, passend zu meinem Plädoyer für den schamlosen Kuchengenuss, besonders köstliche Cookies vor. Leicht karamellfarben, gesprenkelt mit Vanille und durchsetzt mit Macadamiastückchen, sind sie wunderbar weich und schmecken (sehr entfernt) nach den gerösteten Mandeln , die es in Tüten auf wahrscheinlich jedem Volksfest in Deutschland gibt und an denen ich nie vorbeigehen kann, ohne mir eine davon zu kaufen.

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KARAMELL-MACADAMIA-WEISSE-SCHOKOLADE-COOKIES

Die angegebenen Mengen reichen für 30-35 normal große Cookies. Und falls ihr euch fragt, was normal ist.. nicht so groß wie die von McDonalds, wo einem (zumindest mir) nach einem halben schon schlecht ist. Aber nur ein bisschen kleiner.

Den Backofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen.

Für das Sahnekaramell 100g Zucker in einem Topf schmelzen und karamellisieren lassen. Dann 200g Sahne angießen. Achtung hierbei, der geschmolzene Zucker ist sehr heiß und erstarrt sofort, wenn man die kühle Sahne hinzugibt. Außerdem zischt und dampft es sehr stark – also Achtung vor Verbrühung. Sobald die Sahne kocht, so lange rühren, bis sich das Karamell vollständig aufgelöst hat. Das kann schon fünf Minuten dauern. Nicht wundern, die Masse wird sehr flüssig. Dann beiseite stellen und abkühlen lassen.

Für die Cookies 300g Mehl mit 250g Butter, dem Mark einer Vanilleschote und einem Ei verkneten. Dann das abgekühlte Sahnekaramell unterrühren.

125g gesalzene und geröstete Macadamianüsse (genau eine Packung von Edeka, wenn ihr es noch nussiger wollt, könnt ihr gerne mehr nehmen) unter fließendem Wasser abspülen und grob hacken. 50g weiße Schokolade ebenso grob hacken. Beides unter den Teig heben.

Anschließend mit einem Löffel Portionen abstechen und auf einem Backblech verteilen. Im Backofen zehn bis zwölf Minuten backen.

Am besten noch auf dem Backblech abkühlen lassen, da sie heiß recht leicht brechen, oder mit einem Pfannenwender vorsichtig herunternehmen. Dann genießen. Am besten alle auf einmal. Und wenn man das nicht schafft, schmecken sie am nächsten und übernächsten Tag noch mindestens genauso gut.

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Genießt eure Zeit, ich wünsche euch einen tollen Start in die Woche!

Eure

Miriam