Wintersalat oder Keine Ode an den saisonalen Gedanken

Ihr Lieben,

was wäre der Winter ohne Feldsalat. Ich bin so froh, dass es ihn gibt, denn ohne ihn wüsste ich nicht, welchen Salat ich im Winter essen könnte, ohne ein diffus schlechtes Gewissen im Genick sitzen zu haben. Seit ich mir nämlich ein bisschen Gedanken gemacht habe über die Saisonalität und Regionalität von Gemüse, ist mir mit Schrecken aufgefallen, dass man sich ab November eigentlich nur noch von Karotten, Kartoffeln, Kohl (nein, diese Alliteration war keine Absicht) und allen Arten von Wurzeln und  Rüben ernähren kann, wenn man auf die Herkunft und die Saison von Gemüse achten möchte. Was haben die Menschen früher im Winter bitte gegessen? Ich glaube, ich müsste verhungern. Ich habe für mich nach eingehender Prüfung meines Gewissens also beschlossen, dass ich dazu nicht in der Lage bin. Weißkohl und Wirsing gut, aber in Maßen. Trotzdem ist es schon einige Zeit her, seit das letzte Mal Gurken und Tomaten in meinem Einkaufswagen gelandet sind – zugegebenermaßen hauptsächlich aus geschmacklichen Gründen und nicht in erster Linie aus einem saisonalen Gedanken heraus. Diese fürchterlich wässrigen und geschmacklosen Gemüseattrappen kann man kaum als solche bezeichnen. Dafür kaufe ich auch weiter Paprika ein, die schmeckt nämlich gar nicht mal so schlecht und kommt sowieso ganzjährig aus Spanien. Ich weiß, das ist ein sehr schwacher Trost. Ansonsten bemühe ich mich, mehr Wintergemüse in meinen Speiseplan einzubauen, neben Tomaten und Gurken auch auf Zucchini und Auberginen und Beeren zu verzichten und meinen Salatkonsum zu reduzieren. Bis auf den Feldsalat natürlich, das ist schließlich ein Wintersalat – was auch die Dame Wikipedia bezeugt.

Natürlich könnte man jetzt sagen, ich mache es mir zu einfach mit meiner Einstellung der Regionalität und Saisonalität gegenüber und sei gar nicht mit ganzem Herzen dabei. Bestimmt gibt es Wintergemüse-Fanatiker, die mir, sofern sie diesen Artikel läsen (Ich wollte unbedingt mal den Konjunktiv II benutzen, sieht irgendwie ganz schön falsch aus), genau das ankreiden würden. Und es stimmt vielleicht, aber ist es der Umwelt nicht gleichgültig, mit welchen Beweggründen die Menschen auf ihren Erhalt achten? Die Hauptsache ist doch das Ergebnis:  je mehr Menschen sich auf alte und eingesessene Gemüsesorten besinnen, desto weniger muss importiert werden, desto weniger CO2-Ausstoß durch Transport und desto weniger schnell sinkender Grundwasserspiegel in Südspanien. Es gibt hier, wie ich finde, kein zu wenig. Jede Tomate, die man einmal nicht kauft, bewirkt etwas. Zumindest stelle ich mir das so vor.

Meine persönliche Besinnung beschränkt sich bei dem Rezept, das ich euch heute vorstellen möchte, auf den Feldsalat und die vakuumierten Roten Rüben, die dafür Hauptzutaten sind. Ansonsten ist dieser Salat eine wortwörtlich bunte Mischung: in der Pfanne gebratene Süßkartoffeln mit Curry und Zwiebeln, Avocado und rote Rettich-Kresse. Die habe ich zum ersten Mal gekauft und sie schmeckt sehr lecker. Kräftiger im Geschmack als normale Kresse, fast noch hübscher und sie rundet mit ihrem leicht scharfen Aroma das Erdige der Süßkartoffeln und den Roten Rüben wunderbar ab. Getoppt wird alles mit Sonnenblumen- und Kürbiskernen, die dem Ganzen noch mehr Biss verleihen.

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Feldsalat mit Curry-Süßkartoffeln, Roten Rüben und Avocado

Wie immer für zwei Personen mit Hunger und Appetit gedacht.

2 Süßkartoffeln mit einem Gesamtgewicht von ungefähr 500g schälen und in etwa ein Zentimeter große Würfel schneiden. 2 Zwiebeln schälen, halbieren und in Spalten schneiden. In einer Pfanne viel Olivenöl erhitzen und beides bei mittlerer Hitze braten, bis es gar ist. Dann mit etwa einem Teelöffel Currypulver und Salz würzen.

Währenddessen zwei Knollen vakuumierte Rote Rüben in kleine Würfel schneiden. Sie sollten nicht größer als einen halben Zentimeter sein, sonst wird der Geschmack sehr dominant. Eine Avocado halbieren, das Fruchtfleisch herauslösen und in Scheiben schneiden. 75g Feldsalat (beziehungsweise eine halbe Packung, ich weiß nicht genau, wie viel es ist) waschen und mit weißem Balsamico und Salz würzen. Öl ist hier für meinen Geschmack nicht mehr nötig, die Süßkartoffeln bringen genug davon mit.

Den Feldsalat und die Süßkartoffeln auf zwei Teller richten, die Avocado und die Roten Rüben darüber verteilen. Am Schluss rote Rettichkresse und Kerne nach Geschmack dekorativ über den Salat streuen.

Servieren mit knusprigem Baguette oder einfach ganz pur.

Alternativ zu dem sehr einfach gehaltenen Dressing könnte ich mir etwas Zitroniges, leicht Säuerliches auch gut vorstellen. Leider war die Zitrone aus, aber sobald ich es ausprobiert habe, berichte ich.

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Alles Gute dieser Welt wünsche ich euch, die es gar nicht mehr erwarten kann, wieder kleines Glück in Form von geschmacksexplosiven Cherrytomaten und frischen Gurken zu genießen. Da das noch ein bisschen dauert, ist auch Feldsalat okay. Die ersten Sonnenstrahlen, die Vögel und ersten Frühlingsblumen wachkitzeln, entschädigen mich da.

Eure Miriam

 

 

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Kichererbsensalat oder Ich bin Sherlock

Ich saß vor meinem Beitrag, wollte zu schreiben beginnen und stellte fest, dass ich gar nicht weiß, wie man die Kichererbse benennt. Gemüse? Bohne? Erbse? Frucht? Beere? Obst? Seit allseits bekannt ist, dass die Avocado kein Gemüse, sondern eine Frucht ist, bin ich vorsichtig mit voreiligen Schlüssen zu der Zugehörigkeit von Feld-, Wald- und Wiesenerzeugnissen geworden. Aber da die Konsultation von Monsieur Google und der Dame Wikipedia unkompliziert ist, lasse ich mich gerne und oft belehren. Und dieses Mal hatte ich sogar recht mit meiner Vermutung, dass es sich um ein Gemüse handelt. Ich bin Sherlock!

Nein, natürlich nicht, das ist nur ein kleiner Sidekick auf die britische Serie Sherlock. Und weil ich sie jetzt sowieso schon erwähnt habe, möchte ich an dieser Stelle offiziell auf sie verweisen. Benedict Cumberbatch (auch bekannt als Alan Touring in The Imitation Game) als Sherlock Holmes und Martin Freemann als John Watson lösen (in Sherlocks Fall) die Fälle sehr brilliant und (in Watsons Fall) eher so durchschnittlich. Besonders an der Handlung ist, dass sie in das heutige London mit all seinen technischen Errungenschaften verlegt ist, von denen auch selbstverständlich Gebrauch gemacht wird. Das hat mich zu Beginn etwas irritiert, da ich ein Kostümspektakel erwartet hatte, das zu Beginn des 20. Jahrhunderts angesiedelt ist, aber nachdem die Trauer über in der Kulisse fehlende Oldtimer, schöne Kleider und Anzüge mit Hut abgeklungen war, war ich mehr und mehr begeistert. Der fast übermenschlich brillante und manchmal ebenso unfreundliche Sherlock Holmes und der sehr normalsterbliche und sympathische John Watson geben ein Team ab, dem man gerne zusieht und die Plots sind herrlich verzwickt, spannend und unterhaltsam.

Aber nun zurück zum aktuellen Thema, ich schweife schon wieder ab. Erinnert euch, es ging um Kichererbsen. Um der Dame Wikipedia auch mal eine Stimme zu geben (meist agiert sie ja mehr im Hintergrund) hier die Definition der Kichererbse, um euch zu beweisen, dass sie ein Gemüse ist (und ich mit meiner Vermutung recht hatte), jedoch keine Erbse, wie der Name impliziert.

“ Die Kichererbse auch Echte Kicher, Römische Kicher, Venuskicher oder Felderbse genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Kichererbsen (Cicer) in der Unterfamilie Schmetterlingsblütler (Faboideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Mit der Erbse ist sie nicht näher verwandt. „

Wobei ich die anderen Namen noch nie, niemals gehört habe. Aber das tut hier ja nichts zur Sache.

Heute möchte ich euch ein Rezept vorstellen für einen tollen Sommersalat, einen warmen Karottensalat mit Kichererbsen. Er macht sich super auf dem Grillbeilagentisch oder beim Picknicken, und ist mit seiner leichten Säure sehr erfrischend. Natürlich kann man ihn auch kalt essen, wenn man das lieber möchte, aber lauwarm entfaltet er seine Aromen am besten.

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Das Rezept ist für ein Mittagessen für zwei Personen gedacht, aber die Mengen lassen sich sehr leicht anpassen.

Eine Zwiebel halbieren und in feine Ringe schneiden. 500g Karotten schälen, der Länge nach halbieren und in Scheiben schneiden. In einem kleinen Topf den Boden mit Wasser bedecken, zum Kochen bringen, ein bisschen salzen und die Zwiebel und die Karotten  bissfest kochen. Dabei immer wieder umrühren. Eine Dose Kichererbsen abtropfen lassen und abspülen, kurz vor Ende der Kochzeit in den Topf geben und mit erwärmen. Sind die Karotten bissfest und die Zwiebel weich, die Flüssigkeit abgießen.

Dann einen halben Bund Petersilie klein hacken. Den Salat mit dem Saft einer halben Zitrone (oder gern mehr, wenn man es lieber etwas säuerlicher mag), Salz und Olivenöl würzen. Am Ende die Petersilie unterheben.

Wenn man den Salat als leichtes Mittagessen und nicht als Beilage reicht, passt sehr gut Toast mit Frischkäse und Pfeffer dazu. Oder Fladenbrot.

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Zusammen mit Sonne und Balkon (bei schönem Wetter) oder Sherlock (bei schlechtem) bin ich voller kleinem Glück.

Ich wünsch euch alles Gute dieser Welt,

Eure

Miriam